Zitat

“[…] Ich glaube, ohne Hindernisse sieht man nicht über seine eigene Nase hinaus, kann man nicht über sich hinaus gehen. Jedesmal, wenn man vor einem Hindernis steht - klar man ist menschlich, beklagt man sich, leidet und bedauert dieses Hindernis. Wenn man aber die Kraft hat, es zu überwinden oder zu zerstören, dann wird einem klar, dass einem nicht Besseres passieren konnte.

Eine Zivilisation, die ihre Zeit damit verbringt, vor den Leuten Hindernisse wegzuräumen, ist eine Welt von kastrierten Menschen. Es ist eine Welt, in der der Mensch das Wichtigste verpasst. Man muss Mauern begegnen und diese Mauern durchbrechen. Eine Zivilisation der oberflächlichen Vergnügungen, wo alles leicht zu haben ist, wo einem alles angeboten wird und alles sicher scheint, ist ein Zivilisation, die den Menschen tief zerstört, mehr als alle Selbstentfremdung, mehr als alle Geistesgestörtheit. […]”

[Maurice Béjart: Auszüge aus einem Gespräch, in: “Sangha. Nachrichten der Association Zen Internationale”, 5 (Dezember 2007), S.9]

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